Bei der Tumeszenz handelt es sich um eine besondere Form der lokalen Anästhesie (Betäubung), die von einem Hautarzt namens Jeffrey A. Klein erstmals angewendet wurde. Dafür wird steriles Wasser mit einer Kochsalzlösung, Natriumbicarbonat, Cortison und einem lokal wirksamen Betäubungsmittel gemischt. Die Wirkung dieser Mischung setzt nach 30 bis 60 Minuten ein und hält je nach Intensität des individuellen Stoffwechsels bis zu 18 Stunden an. Sie wird bei der Tumeszenz-Anästhesie in das Fettgewebe der Unterhaut eingespritzt.

Die Tumeszenz-Anästhesie hat bei der Verwendung in der ästhetischen Chirurgie einen entscheidenden Vorteil, denn die Mischung bewirkt neben der Betäubung eine Lösung der Fettzellen aus dem Gewebe, von welchem sie umgeben sind. Dabei wird auch ausgenutzt, dass sie sich im gespritzten Gewebe sehr gleichmäßig verteilt. Das erleichtert den Schönheitschirurgen die Arbeit bei Fettabsaugungen. Dabei spielt es keine Rolle, in welchen Körperregionen diese durchgeführt werden sollen. Die Tumeszenz-Anästhesie ist am Bauch ebenso wirksam wie an den Hüften, den Oberarmen und den Oberschenkeln. Damit bleiben den Patientinnen und Patienten bei einer Fettabsaugung die mit einer Vollnarkose einhergehenden Risiken und Belastungen erspart.