Elle-November-TextElle: Was sind die Gründe für sichtbar vergrößerte Poren?
Dr. Buck: Hautporen sind die Öffnungen der in der Unterhaut liegenden Talgdrüsen. Mit dem Begriff der Groß- oder Grobporigkeit werden zwei verschiedene Hautzustände bezeichnet: Haut mit durch Talgeinlagerungen gedehnten, verstopften Poren und Haut mit tiefer eingesunkenen Poren. Beide Zustände können gemeinsam auftreten. Vergrößerte Talgdrüsen und verstopfte Poren bei fettiger Haut und Akne sind der häufigste Grund für beide Formen der Großporigkeit. Chronisch entzündete Haut bei Rosacea kann geschwollene Haut mit eingesunkenen Poren hervorrufen, die meist keine Talgablagerungen enthalten. Zuletzt sei noch die anlagebedingte Großporigkeit zu erwähnen, die vererbt wird, ebenfalls trichterförmige Poren zeigt und nicht mit verstopften Poren verbunden auftreten muss.

Wieso betrifft das nicht nur Menschen mit unreiner Haut? (Stichwort Anti-Ageing und Elastizitätsverlust)
Im Laufe des Lebens werden durch Sonnenexposition und durch Alterungsprozesse elastische Fasern um- und abgebaut (Elastose) und die Zahl feuchtigkeitsbindender Moleküle nimmt ab. Dies führt zur Faltenbildung und Betonung der Hautporen. Besonders betroffen sind Menschen mit hellem Hauttyp und mit Berufen, die im Freien ausgeübt werden.

Was kann man mit Hautpflege dagegen tun? Kann man das überhaupt?
Mit der richtigen Hautpflege kann die von Talgeinlagerungen verursachte Großporigkeit aufgehalten und eingedämmt werden. Eine deutliche Verbesserung ausgeprägter Großporigkeit ist mit Pflegepräparaten entgegen vieler vollmundiger Werbeversprechen nicht möglich.
Die durch Rosacea hervorgerufene, auf lymphatisch geschwollener Haut beruhende Großporigkeit lässt sich durch eine medizinische Behandlung der Grunderkrankung und spezielle Gesichtsmassagen deutlich lindern.
Unbedingt vermeiden sollte man das regelmäßige Ausquetschen von Mitessern bei unvorbereiteter Haut. Wenn die Hornschicht der Gesichtshaut nicht durch Wasserdampf oder feuchte Umschläge vorbereitet wurde, kann das Drücken die Drüsen und damit auch die Poren vergrößern. Im Idealfall werden die Ausreinigungen durch eine Kosmetikerin vorgenommen.

Helfen Peelings, Masken & Co.? Wenn ja welche Wirkstoffe sollten enthalten sein?
Der Goldstandard des Anti-Ageing ist das Retinol und seine Verwandten. Es ist entzündungshemmend, Kollagensythese stimulierend und peelt die Oberhaut. Damit zeigt es Wirkung bei allen Arten der Großporigkeit. Es ist jedoch nur in sehr geringer Konzentration in frei verkäuflichen Präparaten erhältlich. Hinzu kommt eine nicht unerhebliche hautreizende Wirkung und dass es die Haut sonnenempfindlich macht.
Die durch verstopfte Poren hervorgerufene Großporigkeit lässt sich durch regelmäßige Peelings und Masken gut im Griff halten. Hier sind alle klärenden Masken und Peelings geeignet, gerne werden Heilerde-Masken eingesetzt.

Gibt es Treatments beim Dermatologen, die die Poren optisch verkleinern können?
In der kosmetischen Dermatologie gehört diese Fragestellung zu den häufig nachgefragten Problemstellungen, so dass viele Erfahrungen in der Behandlung vorliegen. In den letzten Jahren sind einige neue und wirksame Verfahren entwickelt worden und haben sich bereits in vielen Praxen etabliert. Gemeinsam ist ihnen die Verbesserung der Haut auf ganzheitlicher Basis durch Anregung der Selbstheilungsprozesse.
Die meisten Erfahrungen bestehen mit dem Fruchtsäurepeeling mit höher konzentrierten Fruchtsäuren. Bei verstopften Poren wirkt es sehr gut und nachhaltiger als Heimpeelings. Die Erfolge bei Großporigkeit durch eingesunkene Poren sind aber leider oft nur dezent.
Immer häufiger kommt das medizinische Microneedling mit Nadellängen von bis zu 2,5 mm zum Einsatz. Es ist besonders wirksam gegen eingesunkene und narbige Poren. Die Nebenwirkungen mit leichten bis mittelstarken Schmerzen bei der Anwendung und eine Gesichtsrötung für wenige Tage nach der Therapie schränken den Gebrauch jedoch ein.
Auf einem ähnlichen Prinzip basiert die fraktionierte Lasertherapie. Die Laserstrahlen werden bei diesem Verfahren in eine große Zahl Mikrostrahlen aufgeteilt, tragen einen Teil der Oberhaut ab und dringen in tiefere Hautschichten ein. Dadurch ist die Wirksamkeit gegenüber Aknenarben und Großporigkeit ohne verstopften Poren verstärkt, allerdings müssen dafür eine schmerzhaftere Therapie und längere Ausfallzeiten hingenommen werden.
Alternativ kann auch das nahezu nebenwirkungsfreie JetPeel®-Verfahren eingesetzt werden. Es ist besonders wirksam bei durch Lymphabflusstörungen hervorgerufener Großporigkeit (Rosacea) und bei verstopften Poren durch fettige Haut und Akne.
Ganz neu und auch nahezu nebenwirkungsfrei ist die „photobionische“ Therapie mit Kleresca®. Es handelt sich dabei um ein Verfahren, bei dem mittels eines fotokonvertierenden Gels blaues Licht aus einer LED-Lampe in vier nur 9-minütigen Sitzungen Hautreparationsprozesse anstößt. Nach bisherigen Erfahrungen zeigen sich sehr gute Ergebnisse bei Großporigkeit, feinen Falten und Aknenarben. Da es auch zur Aknetherapie zugelassen ist, wirkt es gegen alle Arten von Großporigkeit.